Ein Wort

Wenn man im Osten-Deutschlands aufgewachsen ist, ist es möglich Dinge zu sehen, die anderen Menschen verborgen bleiben.
Dinge, die es uns ermöglichen Menschen zu sein, oder welche zu werden. Was ist ein Mensch, wie sollte er sein?
Ich bin im Osten groß geworden, habe die Wende erlebt und die Entwicklung bis heute betrachtet und stelle mir immer mehr die Frage: Wo bin ich hier nur angekommen? Ich sehe Menschen im Elend, eingesperrt in einer hoffnungslosen Welt, verfallende Landschaften, Kinder und Jugendliche, die ihre Zeit, die ihnen das Leben, gab in Perspektivlosigkeit ertränken, Bildungsanstalten, die entweder geschlossen werden oder Dummheit lehren, Medien, die uns Bilder zeigen die nicht mit der Realität übereinstimmen und ein Staat, der seine Bewohner nicht sonderlich mag.
Wir wollten im Osten eine Demokratie - dafür ist gekämpft worden, dafür sind Menschen gestorben, dafür sind wir wieder einig Vaterland.
Ich kann beim besten Willen keine Demokratie entdecken, welches eigentlich unsere jetzige Staatsform sein sollte.
Was haben wir momentan zu bieten? Politiker die sich in einem Rudel Schwachsinniger zusammengeschlossen haben und alles daran setzen das Volk ausbluten zu lassen.
Oder wie ist die Erklärung dafür, dass seit Jahren (ich kann es nicht mehr hören) versprochen wird, die Arbeitslosenzahl werde sich senken, es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, es wird nach Möglichkeiten gesucht werden und das Resultat: jedes Jahr steigt die Arbeitslosenzahl bedenklich an.
Um natürlich Schuldige für diese Misere aufzufinden, werden komischerweise unsere Herren Politiker im Osten fündig und man beschimpft die Menschen aus dem Osten als faul. Welch Ironie, warum zieht man denn nicht gleich Stacheldraht um unser Gebiet und zieht uns so hübsch gestreifte Anzüge an, die mit der die Aufschrift "Ossi" versehen sind.
Anderseits verschwenden wir Milliarden, ich erinnere nur an die vielen Kriegsschauplätze an denen wir uns rumtreiben, oder die unzähligen Wirtschaftsstandorte, die im Ausland errichtet werden, oder diverse Gelder, die einfach mal so verschwinden um unseren Politikern und Wirtschaftsbossen mal eben einen guten Ruhestand zu ermöglichen.
Diese Gelder würden ausreichen nur alleine die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Ja, im Osten haben wir gelernt stolz zu sein, stolz auf unsere Republik, auf unser Land - und heute bedeutet das gleich ein Faschist zu sein. Ich will aber nicht mein Land hassen, das Land kann schließlich nichts für seine Politik, nur die Menschen sollten sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Warum ist es in Deutschland verboten sein Land zu lieben?
Ich kenne kein anderes Land, wo die Menschen abgestempelt werden die ihr Land lieben. Wohl eine einfache Erklärung: Menschen die ihr Land lieben sind gefährlich für den Staat, sie denken und gehen gegen Unrecht vor und deswegen wurde diese Hetze ins Leben gerufen, vielleicht aus Angst vor einer Revolution, denn die Menschen aus dem Osten haben es schließlich vorgemacht dass ein Staat fallen kann.
Wir haben gegen eine Diktatur gekämpft und schließlich gewonnen. Um welchen Preis?
Was ist das Heute, also mich hat keiner gefragt ob ich den Euro wollte. Es wurde versprochen dass die Preise gleich bleiben, ja nun gehe doch mal einkaufen, wo früher DM stand steht heute Euro und was machen unsere Herrn Politiker? Schweigen.
Ich kenne Menschen, die sich kaum noch Lebensmittel leisten können und ist es nicht so, dass ein Mensch sich auch ein wenig Luxus leisten sollte. Heute besteht der Luxus darin sich mal ein Stück Fleisch mehr zu kaufen.
Sollte es nicht die Pflicht des Staates sein gegen Preistreiber vorzugehen? Seltsam, unser Staat unterstützt sie und nun frage ich: In welchem Wohle wird denn da gehandelt?. Wie sehr hasst uns denn unser Staat, denn zum Wohle des Volkes ist das sicher nicht, was hier in dieser sogenannten Demokratie getrieben wird.
Interessant ist es schon, dass immer wieder die selben politischen Parteinen über unser Schicksal entscheiden . Nur ist es doch die Frage, welche Auswahlmöglichkeiten wir haben? Es sind genau zwei, denn alles andere ist ja in Koalitionen verstrickt, um auch etwas vom großen Kuchen abzubekommen (von den Parteien, die geduldet werden).
Warum macht man nicht gleich eine einzige Partei daraus? Huch, dann wäre es ja nun vollkommen ersichtlich, das wir wieder in einer Diktatur leben.
In jedem Land auf dieser Welt gibt es Parteien, die aus unterschiedlichen politischen Lagern kommen (demokratische Staaten).
Nun gut, das haben wir auch formell: eine konservative und eine linke.
Zur Linken: Mein Opa hätte dass nicht mehr erleben dürfen. Und bedeutet links nicht irgend etwas anderes als das, was uns hier vorgeführt wird: revolutionär, für die Menschen kämpfen, ein soziales System erschaffen. Also nicht dafür Sorge zu tragen, dass es Millionären und Wirtschaftsbossen noch besser geht.
Ein seltsames soziales System, welches unsere linke Partei erschaffen hat: den Teuro, gute Bildung für Reiche, für Arztbesuche muss man bezahlen, unheimlich viele neue Arbeitsplätze, Hartz IV - hoffentlich sterben wir ,bevor wir Rentner werden, um dann nicht in Mülltonnen wühlen zu müssen - und nicht zu vergessen die sogenannten Ein-Euro-Jobs.
Meine Frage: Was hat das mit einer linken Partei zu schaffen? Für mich sind das Rassisten gegenüber ihrem Volk.
Sie nennen sich "sozialdemokratisch", hm ....!!!
Zur Konservativen: Also mit Christen haben die wenig zu tun, wenn man so einen Namen trägt, sollte nicht gerade der Teufel in den eigenen Reihen zu finden seien. Laut Bibel sollte man sich gut zu Lebzeiten auf Erden aufführen, um so ins Himmelreich zu gelangen und da bin ich ja mal gespannt, mit was für guten Taten uns unsere "Christlichdemokratischen" überraschen werden.
Ich kann mich noch recht gut darin erinnern, welch gute Taten sie so nach der Wende für uns auf Lager hatten: der Umtausch des Geldes 1:2, obwohl etwas anderes versprochen war, die Treuhand, die Zerstörung des Ostens, Respekt: fast alle Betriebe totgelegt, Vernichtung von Arbeitsplätzen, Erschaffung stillvoller, menschenleerer Gebiete.
Von den anderen geduldeten Parteien mag ich gar nicht sprechen: liberal, grün, eigentlich klangvolle Namen, aber na ja, es bleibt halt nur bei dem Klang.
Seltsam ist nur, dass Parteien, die nach etwas Neuem streben, nicht lange die Möglichkeit haben sich zu repräsentieren. Irgendetwas wird immer gefunden um sie in ein schlechtes Licht zu rücken. Die Medien starten da richtige Hetzkampagnen, um die Herrschaft unserer beiden Parteien zu sichern. Ob das nun neue linke, rechte oder neutrale Parteien sind, dass spielt nun wahrlich keine Rolle.

[lichtbringer] 22.03.06